Bahn-Direktverbindung Freiburg-Colmar: Mehr Klimaschutz, bessere Mobilitätsangebote und
ein Europa der kurzen Wege

Breisach, 21. Januar 2022. Die Bahn-Direktverbindung zwischen Freiburg und Colmar ist ein fehlendes Puzzleteil für den Nahverkehr in der Region Südbaden-Oberelsaß. Eine durchgehende Bahnverbindung mit neuer Brücke über den Rhein bei Breisach ermöglicht eine schnelle, unkomplizierte und klimaschonende Mobilität für die grenzüberschreitende Fahrt zur Arbeit, zum Bildungsort und für die Freizeit. Sie bringt europäische Nachbarn noch enger zusammen und stärkt die wirtschaft­liche Entwicklung der Region, so die Kreisverbände Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Ein Projekt mit starken BefürworterInnen

Die Kreisverbände der Grünen Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg wollen der Realisierung der Bahnverbindung Freiburg-Colmar neuen Schwung verleihen. Zu diesem Zweck hatten sie grüne MandatsträgerInnen aller politischen Ebenen und weitere politische und gesellschaftliche VertreterInnen zu einem Ortstermin in Breisach für den 21. Januar 2022 eingeladen.

„Als überzeugte Europäer vertreten wir die Meinung, dass dieses grenzüberschreitende Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Vertiefung der deutsch-französischen Freundschaft darstellt und seine Realisierung ein mit dem Aachener Vertrag eingegangenes Versprechen einlöst“ so hießen die grünen Vorstandsvertreter der Kreisverbände aus Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald die ca. 35 Gäste willkommen.

„Freiburg – Breisach – Colmar“: Starke Unterstützung für eine durchgehende Bahnverbindung von Freiburg nach Colmar bekundeten zahlreiche grüne MandatsträgerInnen aus allen politischen Ebenen.

Europa im Alltag der Menschen erlebbar machen – Eine Brücke mit Symbolkraft

Die europäische Dimension des Projekts betonten auch die grüne Europaabgeordnete Anna Deparnay-Grunenberg und die grüne Bundestagsabgeordnete Freiburgs Chantal Kopf.

Deparnay-Grunenberg forderte eine Beschleunigung der Bahnverbindungen, indem Lücken zwischen den nationalen Netzen geschlossen werden. Dafür müsse nun dringend eine gemeinsame Finanzierung Deutschlands und Frankreichs für die Bahnlinie Freiburg-Breisach-Colmar vorangebracht werden. Kopf erklärte, dass sie sich für europäische Fördermittel stark mache, wie beispielsweise im Rahmen der Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-V). Für diese Gelder aus Europa fehle aktuell noch eine Anmeldung des Projekts in Brüssel von der deutschen Seite; diese müsse rasch erfolgen.

Klimaschutz nur mit mehr Bahn

Die Klimaschutzwirkung einer Bahndirektverbindung Freiburg-Colmar sprachen die grüne Landtagsabgeordnete für Freiburg Nadyne Saint-Cast und der grüne Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages Matthias Gastel an. Saint-Cast bekräftige das Ziel Baden-Württembergs, die Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr bis 2030 zu verdoppeln und hob die Relevanz dieser Bahnverbindung für die Mobilitätswende hervor, die auch den grenzüberschreitenden Verkehr mit einbeziehen muss. Gastel betonte, dass die neue Bundesregierung deutlich mehr in die Schiene, als in die Straße investieren werde, um mit einer starken, leistungsfähigen Bahn attraktive Angebote für die Menschen zu machen, klimaschonend mobil zu sein. „Wir haben gute Bedingungen dieses Projekt hier vor Ort endlich voranzubringen“, betonte er.

Schnelle Umsetzung der Direktverbindung

Unter Führung des Breisacher Bürgermeisters Oliver Rein wurde die vorgesehene Streckenführung vom Breisacher Bahnhof über den Rhein besichtigt. Dabei erläuterte der Bürgermeister die damit verbundenen Standortverbesserungen für die Wirtschaft am Kaiserstuhl und die städtebaulichen Möglichkeiten für Breisach. Rein erwiderte auf die Frage, wann der erste Zug über die Brücke rollen werde, kurz und knackig: „Bis 2030 werden wir fahren“.

Bild links: Blick über den Rhein entlang einer möglichen Streckenführung von Breisach nach Frankreich

Auch Reinhold Pix, grüner Landtagsabgeordnete für den Breisgau, bekräftigte die Wichtigkeit der Bahnlinie als Teil einer Modellregion für Klimaschutz und Verkehrswende und forderte ihre schnelle Umsetzung. Er bezeichnete das Bahnprojekt als „Brückenschlag mit gewaltigen Infrastrukturmaßnahmen“, das auch eine Zweigleisigkeit der Strecke Freiburg-Breisach voraussetze.

Freiburg und Colmar: Zwei Oberzentren ohne direkte Bahnverbindung – Das kann nicht so bleiben

Hannes Wagner, grüner Stadtrat in Freiburg, betonte, dass der öffentliche, grenzüberschreitende Nahverkehr besonders für junge Leute extrem wichtig sei. Er nannte beispielhaft für die Region den Zusammenschluss von fünf Universitäten im Verbund Eucor. Ein besserer öffentlicher Regionalverkehr, so Wagner, würde den Studierenden noch mehr als bisher ermöglichen, diese Angebote auch nutzen zu können.

Für die französische Seite berichtete Tristan Denéchaud, Vize-Präsident für Verkehr und Intermodalität für den Großraum Colmar, von großer Unterstützung für die direkte Bahnverbindung Freiburg-Colmar. Er bekräftigte die volle und potenziell auch finanzielle Unterstützung des Projekts durch die Stadt Colmar und dem assoziierten Gemeindeverband und nannte als Ziel „diese natürliche Verbindung endlich wieder zu bekommen“. Die Generalsekretärin des Eurodistricts, Region Freiburg – Centre et Sud Alsace, Delphin Mann brachte dies auf den Punkt: „eine Brücke zu bauen, bringt mehr als tausend Projekte.“

Stephan Mutke, Vertreter der deutsch-französischen Organisation TRR Trans Rhin Rail, dem Förderverein für die Eisenbahnverbindung Freiburg-Breisach-Colmar, hob die Bedeutung der Bahnstrecke für die gesamte Region und für die Stadt Breisach in wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und ökologischer Hinsicht hervor. Er forderte von den anwesenden PolitikerInnen ein klares Bekenntnis für dieses Bahnprojekt und großes Engagement, für die Finanzierung der nächsten Planungsschritte, sowie für die Aufnahme dieser Bahnstrecke in die Liste der „Missing Links“ der EU.

Reinhold Pix meinte, die starke Präsenz von grünen PolitikerInnen von Europaparlament über Bundes- und Landtag bis zur kommunalen Ebene zeige für ihn die außerordentliche Bedeutung dieser grenzüberschreitenden Verbindung. Die gemeinsame Demonstration dieses Anliegens sei für ihn wie ein schöner Freiluft-Neujahrsempfang.

Die Vertreter der Kreisverbände Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg weisen darauf hin, dass der Aachener Vertrag eine konkrete Verpflichtung zum Bau der Bahnstrecke Freiburg-Colmar enthält und die grünen MandatsträgerInnen in den kommenden Wochen auf allen politischen Ebenen Entscheidungen einfordern werden.

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